Der Krieger + Die Kaiserin



Drehzeit Juli 1999 – Oktober 1999
Drehorte Wuppertal, England
Produktion X Filme Creative Pool mit dem WDR
Uraufführung Intl. Filmfestspiele Venedig 2000
Kinostart 12. Oktober 2000
Im Verleih von X Verleih AG
Weltvertrieb Studio Canal+
US Verleih Sony Classics



Inhalt

Das Anfangsbild ist fast zu schön, um wahr zu sein. Ein einsames Haus an der Küste. Naturstein-Gemäuer, verschachtelte Erker, hübsche weiße Fensterrahmen. Erbaut auf der Spitze einer Landzunge, praktisch ein letzter Stopp vor der Unendlichkeit. Dahinter glitzert silbrig das Meer. Ein Bild, das es lange Zeit nur im Kopf von Tom Tykwer gab. Existierte so ein Haus in der Wirklichkeit? Diese Frage trieb die Location Scouts zur Verzweiflung. Je näher der Drehbeginn rückte, desto hektischer wurde die Suche – bis es schließlich, an der Küste Cornwalls, doch gefunden wurde: Ein Fluchtpunkt am Ende der Welt, wo die Gesetze der Wirklichkeit nicht mehr hinreichen. Einer dieser Sehnsuchtsorte des Film Noir, von dem Gangster träumen, bevor der letzte Coup danebengeht. Einen solcher Ort an den Anfang eines Films zu setzen, ist neu und ungewohnt, und eigentlich eine Provokation: Ein Beispiel dafür, wie Tom Tykwer filmische Muster nutzt und gleichzeitig unterwandert. Die Erzählung verfolgt nun den Weg eines Briefs, den die Bewohnerin des Traumhauses (Nadja Brunckhorst) nach Deutschland schickt – vom Paradies am Meer geht es nach Wuppertal. Dieser Kontrast wird jedoch nicht auf die Spitze getrieben – auch Wuppertal darf magische Qualitäten behalten. Das Ziel der Reise ist zum Beispiel ein verwunschenes Herrenhaus: Das Klinikum Birkenhof, Psychiatrische Abteilung. Hier wohnt die Empfängerin des Briefs, Simone, alias Sissi (Franka Potente). Sie teilt ihren Spitznamen mit der berühmten Kaiserin Elisabeth von Österreich – aber nicht nur deswegen ist sie die "Kaiserin" aus dem Titel. Sie ist das emotionale Zentrum des Films – und die Kamera, die sie mit extremen Close-Ups der Augen und Lippen umschmeichelt, entwickelt zu ihr eine äußerst sinnliche Beziehung. Der Blick des Films auf Sissi wirkt verhalten erotisch aufgeladen: Man spürt, dass Regisseur und Hauptdarstellerin zu dieser Zeit ein Paar waren, dies aber nicht zu offensichtlich machen wollen.

Story

Sissi ist erkennbar keine "normale" Person im Sinne geläufiger Erwartungen. Ihre strengen, strähnig gekämmten Haare, die kindliche Offenheit in ihrem Gesicht, der selbstvergessen tastende, etwas linkische Gang – für einen Moment könnte man denken, sie sei selbst eine Insassin der Psychiatrischen Abteilung. Tatsächlich ist sie dort Krankenschwester – aber es stimmt durchaus, dass sie eine besondere Beziehung zu dem Klinikum hat: Ihre Mutter lebte bereits dort, Sissi ist in dieser Institution geboren und aufgewachsen – und nun wohnt sie darin. Eine seltsame, aber dennoch geborgenen Welt. Die Regeln, die hier gelten, versteht sie – was man am deutlichsten sieht, wenn sie souverän und gleichzeitig liebevoll mit einem durchaus gefährlichen Gewaltausbruch des schizophrenen Patienten Werner (Ludger Pistor) umgeht. Die Welt außerhalb der Institutsmauern erscheint ihr dagegen fremd. Taucht man tiefer ein in Tykwers filmisches Universum, dann erkennt man hier, dass Sissi eine Verwandte in der Filmgeschichte hat: Brian De Palmas "Carrie" hat denselben linkischen Gang, dieselbe Fremdheit in der Welt. Was kein Zufall ist, denn dieser Film hat Tykwer sehr beeinflusst. Dass die Darstellerin von damals ebenfalls eine Sissy war – Sissy Spacek – ist ein weiterer versteckter Hinweis.

Den "Krieger", die zweite Hauptfigur, führt Tykwer mit einer der elaboriertesten Kamerafahrten ein, die er bisher in seiner Karriere gedreht hat. Am Anfang ist die Kadrierung direkt in den Himmel gerichtet – und erfasst dabei Bodo (Benno Fürmann) von unten. Dann steigt sie über seinen Kopf nach oben und dreht sich dabei, bis man erkennt, dass er am Geländer einer Autobahnbrücke lehnt. Schließlich ist sie über und hinter ihm, und in diesem Moment breitet er die Arme aus, als wolle er fliegen. "Ich fliege", sagt er dann auch, als ein kleiner Junge ihn anspricht – und auf den kindlicher Einwand, dass das ja wohl nicht wahr sei, entgegnet er: "Ich mach' mich warm." Bodo ist auch nicht "normal". Bei seinem Job als Totengräber zum Beispiel wird er sofort wieder entlassen, weil er den Fluss seiner Tränen nicht kontrollieren kann – und das, obwohl er die Tote gar nicht kannte. Er bewegt sich sowieso durch die Welt, als nehme er sie durch einen Schleier aus Tränen wahr. In dem Haus auf dem Hügel, das er mit seinem Bruder Walter (Joachim Król) bewohnt, bricht nur manchmal seine Verzweiflung durch: Dann presst er seinen Kopf an den viel zu heißen Ofen und hat Visionen seiner Frau, die bei einem Unfall gestorbenen ist. Nicht die Tatsache, dass er früher Berufssoldat war, macht Bodo zum Krieger – er steht vor allem im Krieg mit sich selbst: Ein Mann, der jeden Kontakt zu seinem Innenleben abgebrochen hat. Nur die Tränen sind noch sichtbarer Ausdruck einer Wahrheit, die tief in ihm verloren gegangen ist.

Diese außergewöhnlichen Figuren werden nun zusammentreffen, so viel ist klar. Die Art, wie das geschieht, ist dennoch wieder höchst überraschend. Bei einem Ausflug in die Stadt wird Sissi von einem Lastwagen angefahren – und kommt, schwer verletzt, unter dem Auto zu liegen. Bodo ist zufällig Zeuge. Er handelt schnell und konsequent. Ein Luftröhrenschnitt ist nötig, das sieht er, als er selbst unter das Auto kriecht – und führt ihn auch gleich aus, mit Taschenmesser und Trinkhalm. Die Kamera schaut dabei keine Sekunde lang weg. Dramatischer kann eine Beziehung gar nicht beginnen: Eine Lebensrettung, engster körperlicher Kontakt, Blut, Schweiß und Tränen. Etwas verbindet die beiden nun auf dieser Ebene, das ist sicher – sie müssen nur noch als Persönlichkeiten zueinander finden. So außergewöhnlich funktioniert diese erste Begegnung, dass eine Kuss-Szene, die für später im Film geplant war, im Schnitt schließlich entfallen musste: Die körperliche Intensität dieses ersten Zusammentreffens war nicht mehr zu übertreffen. Was nun folgt, ist eher psychologischer, fast metaphysischer Natur.

Denn Retten und Gerettetwerden in einer Paarbeziehung, die Utopie der großen, allumfassenden Liebe – dieses Tykwer-Motiv findet hier zu seiner reinsten, paradigmatischen Form. In dieser Hinsicht ist "Der Krieger + die Kaiserin" sicher der Film, der dem Herzen seines Schöpfers am nächsten ist. Dabei ist unbedingter Glaube nötig, beim Regisseur wie auch beim Publikum, und auch hier ist Tykwer von der Filmgeschichte inspiriert: Vittorio De Sicas "Das Wunder von Mailand" ist einer der Filme, die ihn in seiner Auffassung, was Kino sein kann, am meisten geprägt haben – und die Figur des reinen Toren, der diese Art von Liebe finden kann, steckt sehr stark in der Persönlichkeit von Sissi. Als Hommage an dieses Vorbild sieht man auch einmal die berühmte Szene im Fernsehen, wo der mit magischen Kräften ausgestattete Toto (Francesco Golisano) für sein Mädchen die Sonne aufgehen lässt. Sissi macht sich nun auf die Suche nach Bodo, findet ihn – und konfrontiert ihm mit ihrer Sicherheit, dass sie füreinander bestimmt sind. Bodo will davon nichts wissen. Er ist grob, ja brutal. Aber nur äußerlich scheint es so, als würde Sissi sich dabei erniedrigen. Innerlich kommt hier einmal mehr Tykwers Überzeugung zum Tragen, dass am Ende die Frauen eine größere Kraft haben, zur Wahrheit ihrer Emotionen zu stehen und sich schutzlos vor die Welt zu stellen. Gerade dadurch können sie, sagt er, Verhärtungen in den Seelen der Männer aufbrechen.

An Film noir erinnert nun die Geschichte des Bankraubs von Bodo und seinem Bruder. Ihr gemeinsamer Traum ist Australien, und der Einbruch im Tresorraum der Sparkasse soll die Möglichkeit schaffen, allen Verletzungen der Vergangenheit endgültig zu entkommen. Doch in bester Noir-Tradition geht alles schief: Australien entpuppt sich als Illusion, Walter wird angeschossen. Er muss im Krankenhaus zurückgelassen werden und stirbt. Sissi allerdings gerät in diesen Banküberfall mit hinein – und sie ist, wie wir wissen, bereits mit dem Sehnsuchtsort vom Anfang verbunden, dem Haus am Meer. Bodo muss sich endgültig in ihre Hand begeben, seine eigenen Pläne vergessen – die Kraft zum Glücklichsein, die Sissi in sich trägt, reicht für sie beide. Nur sie hat die Fähigkeit, sich von der Vergangenheit zu lösen: Als sie nämlich erfährt, dass Steini (Lars Rudolph), ihr eifersüchtiger Verehrer unter den Patienten, ihre Mutter vor Jahren umgebracht hat, führt dies nicht zu einem Finale aus Hass und Rache. Er ist nur noch das letzte Hindernis, dass die Liebenden überwinden müssen. Sie überlassen Steini sich selbst, fassen sich an den Händen und wagen einen gemeinsamen Sprung vom Dach - der, so wie es aussieht, nur mit dem Tod enden kann.

Im Springen und Sich-Fallenlassen, das zeigen schon die früheren Filme Tykwers, liegt aber immer auch die Chance der Errettung. In "Die tödliche Maria" war es so, als der Nachbar die Heldin am Ende auffängt – und hier passiert etwas Ähnliches. Unter den Springenden taucht ein See auf, bisher vollkommen unter Entengrütze versteckt – aber doch weit und tief genug, um ihren Sturz aufzufangen. So entkommen sie der Polizei, die schon vor dem Haus Stellung bezogen hat, nehmen einen Wagen und lassen alles hinter sich. Bei Bodo geschieht das sogar ganz explizit in Form einer Aufspaltung – als sie an der Tankstelle vorbeikommen, wo damals seine Frau in einem Feuerball verbrannt ist, ist er zweimal im Bild: Einmal als sein altes, trauerndes Ich – und einmal als der neue Mensch, der er nun sein wird. Ganz buchstäblich wird der alte Bodo an der Straße zurückgelassen. Er fährt symbolisch ins Totenreich ein, mit dem verstorbenen Bruder als Steuermann. Das neue Ich aber darf leben, die Tränen fließen nicht mehr. Und das Geschenk, das die Liebenden für ihre Verwandlung erhalten, ist wunderbar: Sie dürfen an jenem Haus auf der Klippe ankommen, dessen Traumbild uns von Anfang an begleitet.

Für Tom Tykwer ist "Der Krieger + die Kaiserin" die Erfüllung eines Traums gewesen – sein bisher vielleicht persönlichster Film. Der weltweite Erfolg von "Lola Rennt" verführte ihn gerade nicht dazu, nun in Hollywood an einer kommerziellen Karriere zu arbeiten. Er gab ihm vielmehr die Freiheit, in seiner Heimatstadt Wuppertal zu drehen, eine Geschichte zu erzählen, die keine Zugeständnisse an ein Massenpublikum macht – und sie doch mit dem Aufwand von etwa fünf Millionen Euro Budget zu realisieren, der für die Verwirklichung gerade der visuellen Ideen nötig war. Tykwer ist nun ein Filmemacher mit allen Möglichkeiten, von aller Welt umworben. Die großen Finanzierungs- und Organisationskämpfe liegen hinter ihm. Und doch bleibt er fest entschlossen, nicht von seinem ganz persönlichen Kurs abzuweichen.

Cast & Crew

Cast

Sissi
Bodo
Walter
Steini
Otto
Werner Dürr

Als Gäste:
Schmatt
Meike
Sissis Mutter
Marita
Wachmann
Security Typ 1
Security Typ 2
Bankangestellter
Azubi Bank
Bank Filialleiter
Briefträger
Pförtner Birkenhof
Rotzbalg
Hartwich
Geistlicher
Meikes Mutter
Tankstellenmann 1
Tankstellenmann 2
LKW Fahrer
Notaufnahmeteam

1. Kunde Laden Schmatt
2. Kunde Laden Schmatt
Arzt Notaufname
Schwester Notaufnahme
Pfleger Notaufnahme
Nachrichtensprecher "Akt. Stunde"
Nachrichtensprecherin "Lokalzeit"
Tankwart
Polizist Birkenhof
Pflegerin Birkenhof

Patienten Birkenhof
Franka Potente
Benno Fürmann
Joachim Król
Lars Rudolph
Melchior Beslon
Ludger Pistor


Jürgen Tarrach
Natja Brunckhorst
Marita Breuer
Sabina Riedel
Jörg Reimers
Sebastian Schipper
Armin Krug
Karl-Heinz Dickmann
Jana Schröder
Georg Martin Bode
Georg Zurhelle
Peter Götz Korn
Marcel Segmüller
Michael Hanemann
Heiner Voigt
Eva Wolfertz
Ralf Knebel
Piet Paes
Jürgen Blumenthal
Ercan Sagnak
Winfried Walgenbach
Manfred Götting
Tom Spieß
Axel Siefer
Eva Pliego
Frank Dukovski
Frank Plasberg
Ina Kiesewetter
Dirk Brand
Thomas Wipper
Frauke Jacob

Christian Beucker
Hannelore Duwe-Scherwat
Elmar Goebel
Horst Kellermann
Marion Kempf
Hilke Kluth
Hans-Rolf Marks
Heinz Meyer
Anna Isabel Mohrhenn
Heike Müller
Renate naujoks
Bina Noss
Eva Peukert
Andreas Schmitz
Dennis Stange

Crew

Regie und Drehuch
Produzenten

Herstellungsleitung
Produktionsleitung
Filmgeschäftsführung
Produktionskoordination
1. Aufnahmeleiter
2. Aufnahmeleiter
Assistent Filmgeschäftsführung
Assistent Aufnahmeleitung
Produktionssekretärin

Produktionsfahrer



Set Runners


Aufnahmeleiter Hilfen

Produktionskoordination Berlin
Filmgeschäftsführung Berlin
Produktionsassistenz Berlin

Juristische Beratung

Location Scout
Pressebetreuung
Standfotos


1. Regie Assistent
2. Regie Assistentin
Continuity
Praktikantin Regieassistenz
Continuity Aushilfe
Betreuung Melchior Beslon
Berater Psychiatrie

Casting



Casting Special Thanks

Stunts
Stuntcoordinator
Taekwon Do Beratung

Stuntcrew

















Kamera
1. Kamera Assistent
Material Assistentin
2. Material Assistent
Steadicam Operator
Operator 2. Kamera
Motion Control


Zusätzliche Kamerateams





Schnitt

Szenenbild
Szenenbild Assistenz
Set Dressers

Aussenrequisiteur
Aussenrequisite Assistenz
Innenrequisite
Praktikantin Innenrequisite
Praktikant Art Dept.
Aushilfen Art Dept.

Modellbau
Baubetreuung Dreh


Bauten fake film construction



Schreiner















Chefmalerin
Maler





Plastiker
Fahrer Bauteam

Kostümbild
Kostümbild Assistentin
1. Garderobe
2. Garderobe


Maskenbild

Zusatz Maskenbildnerin

Oberbeleuchter
Beleuchter




Zusatz Beleuchter











Dolly Grip
Grip Assistent
Grip Aushilfe

Catering BLACK FAT CAT




Catering Komparserie

Spezialeffekte

Services in Cornwall provided by
Production Manager
Location Manager
Prop Buyer/Prop Master
Prop Assistant
Gaffer/Electrician
Unit Drivers

Transport Spielfahrzeuge

Originalton
Tonbearbeitung Rohschnitt
Tonkoordination Postproduktion
Sprachaufnahmen
Tonmeister Sprachsynchron
O-Ton Schnitt
Tonschnitt
Tonschnitt Assistenz
Geräuschemacher
Geräuschaufnahme
Projektorraum

Tongestaltung
Mischtonmeister
Postproduktion Ton

Digital Special Effects
Digital Effects Producer
Digital Effects Supervisor
Production Coordinator
Domino Artists

Inferno Artists


Technical Director
Scanning/Recording

Retouching







Kopierwerk
Gesamtleitung
Video-/Tonüberspielungen
Negativschnitt

Lichtbestimmung

Titelbearbeitung



Abspanntite

Kamera- Licht- Gripequipment
Kameras

Flugaufnahmen Wuppertal
Flugaufnahmen Cornwall
Wescam provided by
Wescam Cameraman
Wescam Technician

Filmmaterial
AVID Schneideraum
Absperrungen
Maskenmobil
Wohnmobile
Arbeitsbahnen
Fachberatung Polizei/SEK

Tattooentwurf

Kostüme
Wachdienst
Kurier
Mietwagen
Reisebüro
Übersetzerin
EPK
Bank
Filmversicherungen

Redaktion


Music Supervisor
Tom Tykwer
Stefan Arndt
Maria Köpf
Stefaan Schieder
Uli Neumann
Steffi Hiller
Dorothee Specht
Arno Neubauer
Edgar Kroll
Tilmann Vierzig
Jörg Kobel
Sandra Wollgast

Jochen Behlr
Tim Großkurth
Sebastian Kuhn

Jan Steffen
Imke Eichhorn
Mark Wittek
Matthias Kraft
Stephan Kahl
Giesela Liesenfeld
Simone Winkler
Ruth Mainka
Franziska Linke
Andro Steinborn

Frank Meter
Wolfgang W. Werner
Bernd Spauck


Sebastian Fahr
Tanja Däberitz
Susanne Petersen
Pauline Bolle
Patrik Poch
Katja Sambeth
Frank Langenbach

Filmcast
Gloria Plötzer
Sabine Schwedhelm

An Dorthe Braker

Buff Connection
Volkhart Buff
Michael Bornhütter

Sandra Barger
Katja Richter
Dani Stein
Baba
Jügen Blumenthal
Michael Bornhütter
Micha Breidenstein
Frank Christoffer
Georg Ebinal
Gerd Giesen Ralf Knebel
Stefan Langel
Günther Lords
Alister Mazotti
Piet Paes
Matthias Rehring
Ernst Reihmann
Randolph Wittur

Frank Griebe
Jan Hartmann
Anja Simon
Timo Schwarz
Jörg Widmer
Jan Hartmann
Jan Bernotat
Mitch Enzmann

Eike Schweikhardt
Andre Schneider
Frantek Brandt
Martin Bethge
Christian Spee

Mathilde Bonnefoy

Uli Hanisch
Kai Koch
Thorsten Sabel
Dagmar Wessel
Stefan Isfort
Ulrike Stecker
Andrea Kessler
Kerstin Krötz
Martin Voss
Knud Densow
Stefan Prothmann
Oliver Koch
Christoph Steeger
Daniel Peek

Uli Langenberg
Joachim Monninger
Frak Ehlers

Uwe Belke
Dieter Schmidt
Markus Baum
Geri Beil
Martin Küster
Stefan Dörsch
Axel Speichert
Stefan Werns
Doriano Quintavalle
Frank Weber
Ralph Henning
Sebastian Hahn
Georg Schneider
Andreas Schmalisch
Frank Wittek

Mieke Casal
Oliver Kostecka
Uwe Brauner
Utta Hagen

Tanja Aller

Werner Blum
Ebbi Noack

Monika Jacobs
Ingrid Buhrmann
Martina Jeddicke
Ulli Wachsmuth


Margit Neufink
Waldemar Pokromski
Birgit Herber

Fred Dombrowka
Peter Dombrowka
Carsten Bauer
Stefan Schauerte
Oliver Bromme

Hans Vieth
Ergun Cankaya
Christian Hupfer
Matthias Gruber
Joachim Sonntag
Pascal Robertus
Gill Zeadkiyahoo
Martin Neuse
Ingo Scheel
Nils Rausch
Thorsten Weiden

Michael Müller
Elmar Suska
Holger Fey

Mirko Andreas
Johanna Anastassiou-Brix
Tobias Lauhenbach
Katrin Andreas

Coolinaria

Flash Art

West Country Locations
Roger Elliot
Manus Home
Heydn Buckingham-Jones
Dahilia Sheringston
Eddie Armstrong
John Ailes
Tony Buchholz
Achim Siemers

Gebrüder Wilms
Annette Muff
Marita Strokötter
Splendid Synchon
Frank Maraite
Kai Tebbel
Guido Zettier
Lars Ginzel
Joern Poetzl
Phillip Sellier
Christine Badura
Markus Münz
Dirk Jacob
Matthias Lempert
Ruhrsound Studios


Thomas Tannenberger
Dominik Trimborn
Andreas Schnellenberg
Nastuh Abootalebi
George Maihöfer
Niko Papoutsis
Olli Stück
Jörn Meier
David Hofmann
Morutz Peters
Martin Krefft
Matthias Schrafenberg
Julian Reischel
Melanie Göggelmann
Elena Blum

Gerhart Spring


Arri München
Sepp Reidinger
Arri
Renate Siegl
Sandra Stier
Ingrid Lingenberg

Arri
Angela Reedwisch
Floran Martin

Thomas Wilk


Special Camera Systems

Rainbow Helicopters
Castle Air
Aerial Camera Systems
Grahamm Berry
Oliver Ward

Kodak
Concept AV Berlin
Jürgen Andermann
Kunz&Mirus
Lankes
Gardemann
Klaus Maas
Peter Hollweg
Peewee
Emergency Room Essen
Theaterkunst
DSL
Transportvermittlung Niederhoff
Medias Reiseservice
First Bussiness Travel
Anne-Francoise Pyszora
Ralph Eue
Bhf Bank München
Franz Gossler, Jr.

Gebhard Henke
Katja De Bock

Katrin Erichsen
X Music
Entstehung

Wie schwierig ist es, den ersten Film nach dem Erfolg von LOLA RENNT zu machen?

Der Trick war, einfach sofort weiterzuarbeiten: Ich habe angefangen DER KRIEGER UND DIE KAISERIN zu schreiben, bevor LOLA RENNT in die Kinos kam, als ich noch keine Ahnung hatte, was mit dem Film passieren würde. Dadurch hatte ich etwas, woran ich mich festhalten konnte, etwas, das sich gar nicht darauf bezieht, dass man jetzt diesen Riesenerfolg hatte. Das heisst, ich habe auch diesen Film aus dem selben Gestus heraus gemacht, aus dem ich immer Filme gemacht habe: Persönliche eigenwillige Filme, für ein grosses Publikum.

Nach dem rasanten Befreiungsschlag von LOLA RENNT kehrst Du mit Deinem neuen Film wieder zu einem ruhigeren, konzentrierteren Rhythmus zurück.

WINTERSCHLÄFER war sozusagen die eine Seite unserer Generation, das grosse Phlegma, wenn man so will, aber ich bin ja eigentlich überhaupt kein phlegmatischer Mensch. Mit LOLA RENNT wollte ich zeigen, dass es nicht so ist, dass wir keine Kraft haben. Die ist vielleicht ein bisschen ungerichtet, aber sie ist da. Diese Energie auch ausdrücken zu können, hat mir sozusagen den Kopf freigemacht, jetzt ganz entspannt zu den Themen zurückzukehren, die mich interessieren und die auf andere Weise ja auch in LOLA RENNT präsent waren.

Deine Geschichten fangen immer mit einem Bild an, was war das in DER KRIEGER UND DIE KAISERIN?

Das war unter dem LKW, dieser Moment, in dem man nicht weiss, wie es dazu kam, dass man unter einem Laster liegt und mit sich selber spricht. Dann hatte ich irgendwo etwas gelesen über diese Trachiotomie, diesen Luftröhrenschnitt, ich hab' mir immer wieder erklären lassen, wie das geht.
Man kann ja wirklich nichts falsch machen: Dort wo's hart ist, da ist sofort Luft dahinter. Das hat so einen spektakulären Beigeschmack, ist aber im Grunde ganz simpel. Ich fand diese Grundkonstellation gut, dass man ein Paar so nahe zusammenkommen lässt, wie sie vielleicht im ganzen Leben nicht mehr sein werden, bevor sie sich überhaupt kennengelernt haben. Diese Begegnung unter dem Laster ist ja auch eine unglaublich körperliche und auf bizarre Weise sinnliche Szene.

Ist das der Grund, dass sie sich später praktisch gar nicht mehr berühren und auch nie küssen?

Ja, weil es soviel an Nähe gab, muss die Eroberung einen anderen Weg gehen. Eine ganz wichtige Überschrift des Films für mich war, dass jemand, der eigentlich nicht weiss, wie die Liebe geht, auf jemanden trifft, der nichts mehr mit der Liebe zu tun haben will. Erfahrungswerte treffen auf Nichterfahrungswerte. Das heisst auch, dass das Spannungsfeld zwischen den beiden weniger physisch ist. Die müssen erstmal versuchen einander zu verstehen.

Trailer

Soundtrack

CD-Cover

Als Liebhaber minimalistischer Klänge, wie die von Arvo Pärt, Philipp Glass und dem Penguin Café Orchestra, waren es besonders diese Sounds, die den Regisseur und Drehbuchautor Tom Tykwer während der gesamten Schaffensphase an DER KRIEGER UND DIE KAISERIN inspirierten und begleiteten. Nach ersten gemeinsamen Erfahrungen mit WINTERSCHLÄFER, sowie dem weltweiten Erfolg seines letzten Films (und der dazugehörigen Soundtrack-CD) LOLA RENNT, war sehr schnell klar, dass Tykwer auch für diesen Film wieder mit seinen Partnern Reinhold Heil (Spliff, Nina Hagen Band, Babyloon, etc.) und Johnny Klimek (Producer von u.a. Dr. Motte, Paul Van Dyk) zusammenarbeiten würde: "Wir drei verstehen uns mittlerweile blind. Ich weiss, wenn ich ein Drehbuch oder auch nur Fragmente davon an Johnny und Reinhold schicke, dass sie sofort beginnen sich Gedanken zu machen, die dem Film und seiner Atmosphäre helfen werden."

Während Tykwer mit den Dreharbeiten begann, suchten der Deutsche Reinhold Heil in Santa Barbara und der Australier Johnny Klimek in Berlin bereits nach Ideen und Sounds für den späteren Score. Heil erzählt: "Toms Drehbuch war so intensiv und plastisch, dass ich bereits nach der ersten Lektüre spontan einige Einfälle hatte. Zum Beispiel bastelte ich sehr früh an einem Sound für die Anstalt, auch wenn wir diesen später gar nicht verwendet haben..."

Die endgültige Vertonung des Filmmaterials fand ebenfalls sehr spontan statt. Der ehemalige Spliff-Musiker erinnert sich: "Wir trafen uns jeden Abend, nachdem Tom den Tag mit der Cutterin am endgültigen Schnitt verbracht hatte. Er präsentierte uns eine fertige Szene, und wir begannen sie sofort zu bearbeiten. Ein unheimlich spontaner und vielleicht dadurch sehr fruchtbarer Prozess."

Tykwer erklärt weiter: "Die Musik dieses Films hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Sie musste die Entwicklung und den Weg der beiden Hauptfiguren unterstreichen können. Im Vergleich zu LOLA RENNT spielen Gefühlsschwankungen und Träume eine erheblich grössere Rolle. Durch diese Art der Bearbeitung waren wir aber ständig mit der jeweiligen Gemitssituation der Figuren voll vertraut."

Ebenfalls ungewöhnlich – und wahrscheinlich sogar einmalig – ist die resultierende und nun bei Motor Music zur Veröffentlichung anstehende Soundtrack-CD. Diese enthült zwar Musik aus dem Film, aber eben nicht einfach nur einen Score: "Irgendwann kam uns die Idee, dass wir aus der untermalenden Musik durchaus auch echte Songs herausarrangieren könnten", schildert Heil den Ansatz der drei Tüftler, die sich von nun an Pale 3 nennen werden und aufgrund der intensiven und kreativen Zusammenarbeit auch zukünftige, musikalische Projekte ausserhalb der Bearbeitung bewegter Bilder nicht mehr ausschliessen wollen. "Da die treibende Kraft im Film Sissi ist, empfanden wir es alle als völlig normal, bei der Auflistung unserer Wunschkandidaten für die Vocals nahezu ausschliesslich auf weibliche Interpreten zurückzugreifen." Tykwer ergänzt: "Im Film hätten die Vokalstücke längst nicht so gut funktioniert. Aber mit den auf einzelne Szenen zugeschnittenen Texten und dem durchgehend sehr ausdrucksstarken Gesang kann der Hörer die Gefühle und Motive der Handlung erheblich besser nachempfinden, wenn er später die CD ohne den Film hört."

Presse

Pressestimmen

Frankfurter Allgemeine
5.9.2000

FAZ

Die Welt
11.10.2000

Die Welt

Süddeutsche Zeitung
11.10.2000

SZ

Süddeutsche Zeitung
11.10.2000

SZ

Die Zeit
12.10.2000

Die Zeit

Musikexpress
1.10.2000

Musikexpress

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